die ersten 100 Tage im Amt des Bürgermeister sind bereits verstrichen, deshalb ist es an der Zeit ein kleines Anfangsresümee zu ziehen. Normalerweise müsste man sich fragen: „Was sind denn schon 100 Tage?“Das habe ich mir auch gedacht, bevor ich am 12. April dieses Jahres den Eid geschworen habe. Wie gesagt, das habe ich mir auch gedacht...
100 Tagen als Bürgermeister in unserer schönen Weinbaugemeinde, das bedeutet:
1 Klausurtagung mit dem Gemeinderat
6 Gemeinderatssitzungen
2 Ausschusssitzungen
2 Verbandsversammlungen
8 Besprechungen mit Gemeinderatsmitgliedern und dem Ältestenrat
7 Bürgermeisterversammlungen
20 interne Besprechungen mit dem Rathausteam
5 Besprechungen und Besuche bei der Feuerwehr
12 Besprechungstermine rund um die Kindergärten
3 Besprechungen in der Grund und Hauptschule
14 Besprechungen mit Vereinsvertretern und bürgerschaftlich engagierten Gruppen
4 Besprechungen im Bauhof
6 Besprechungen auf dem Landratsamt
7 Besuche bei Alters-und Ehejubilaren
4 Besuche bei den Nachbarbürgermeistern
2 Eheschließungen
21 Betriebsbesuche
1 Personalversammlung
1 Betriebsausflug
15 Besuche bei Festen und Veranstaltungen
1 Hochzeit, 1 Umzug und...
...1 gewonnenes Elfmeterschiessen.
Wie Sie sehen können, gibt es trotz oder gerade weil die Gemeinde doch recht klein ist, Einiges zu tun. Dabei halte ich es jedoch wie Victor Hugo, der einst sagte: „Wenig Arbeit ist eine Bürde, viel Arbeit eine Freude.“
Und an dieser Freude sind Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, maßgeblich beteiligt, denn in den ersten 100 Tagen sind Sie mir offen und herzlich begegnet und wir konnten gemeinsam bereits die ersten wichtigen Weichenstellungen für die Zukunft unserer Gemeinde vornehmen:
Beispielhaft denke ich dabei an das gemeinsam mit den Eltern und Erzieherinnen ausgearbeitete Kinderbetreuungskonzept, dass uns mit der Errichtung einer Kinderkrippe im Kindergarten Trollingerstraße und der Verbesserung der Qualitätsstandards in den Kindergärten und der Grundschulbetreuung den Weg zu einer noch familienfreundlicheren Gemeinde eröffnen soll. Auch die Fortführung der Sanierung der Gemeindehalle, mit zeitgemäßer Licht-Ton-und Bühnentechnik sowie die Ertüchtigung der sanitären Anlagen ist ein entscheidender Schritt, um auch in Zukunft unseren Vereinen und Gruppierungen die Möglichkeit zu eröffnen, sich in einem schönen Ambiente zu bewegen und zu präsentieren.
Ein weiterer bedeutsamer Punkt für die Verbesserung unserer Infrastruktur stellt hoffentlich auch die kürzlich beschlossene Erweiterung der Ortskernsanierung II auf das Quartier Besigheimer Straße/Gartenstraße/Rathausstraße dar, um den Gedanken, in diesem Bereich seniorenfreundliche oder barrierefreie Wohnungen durch einen Investor erstellen zu lassen, fortzuentwickeln.
Frei nach dem Motto, „wer viel arbeitet, der darf auch feiern“ durfte ich bereits einige Feste und Veranstaltungen miterleben. Von der Feier zum 1.Mai über das Frühschoppenkonzert des Musikvereins, das Kindermusical des Gesangvereins oder auch das gemeinsame WM-Schauen beim TASV...eines konnte ich durchaus feststellen: Die „Hessgemer“ können ordentlich feiern. Umso mehr freue ich mich auf die gemeinsam mit den Vereinen und bürgerschaftlich engagierten Gruppen geplanten Feste zum „Tag des offenen Denkmals“ und zum „Fest am Brunnen“ am 12. und 19. September.
Mein erwartungsvoller Blick in die gemeinsame Zukunft richtet sich heute auf alle, die selbst Verantwortung zum Wohl der Allgemeinheit tragen oder in Zukunft tragen wollen. Hier in erster Linie auf den Gemeinderat und den Verantwortlichen der Kirchen, Verbände und Vereine und den bürgerschaftlich engagierten Personen. Im Zweiten Halbjahr werden wir den Versuch starten, das bürgerschaftliche Engagement weiter zu fördern und auszubauen. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir einen „Gemeindeentwicklungsplan“ aufstellen, der uns den Weg in die Zukunft aufzeigen soll . Auf diese Chance müssen wir setzen, denn wir alle müssen immer wieder erfahren, wie schwierig und mühsam es manchmal sein kann, all das was notwendig ist, in die Tat umzusetzen. Dabei sind die Herausforderungen, mit denen wir es in der Gemeinde in Zukunft zu tun haben, ohnehin groß genug.
Uns beschäftigen u.a. die Fragen:
· Wie können wir die Infrastruktur unserer kleinen Gemeinde verbessern?
· Wie können wir dem gesellschaftlichen Wandel mit Angeboten in der Kinderbetreuung, für Familien, Jugendliche und Senioren begegnen?
· Wie können wir den Bürgerinnen und Bürgern die von der Gemeinde erwarteten Leistungen erbringen, ohne dass wir ihnen gleichzeitig zu hohe Gebühren und Steuern aufbürden?
· Wie schaffen wir im Baugebiet „Felsengarten“ den Spagat zwischen der Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Felsengartenkellerei sowie der Berücksichtigung der berechtigten Belange der Anwohner?
Die Größenordnung dieser Herausforderungen darf uns nicht entmutigen! Ich bin zuversichtlich, dass wir in einem vernünftigen Dialog für alle gangbare Lösungen und zukunftsträchtige Ideen erarbeiten können.
Zusammenfassend darf ich durchaus behaupten, sehr zufrieden mit dem Verlauf der ersten 100 Tage im Amt zu sein. Frohen Mutes und voller Zuversicht können wir gemeinsam in die Zukunft schauen, denn „der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.“ (Willy Brandt). Meine Zuversicht begründet sich auch auf die Erkenntnis, dass im Rathaus und im Gemeinderat gute Arbeit geleistet wird und es viele engagierte Bürgerinnen und Bürger gibt, die Interesse daran haben, Ihre Heimat positiv zu entwickeln. Auf die weitere Zusammenarbeit freue ich mich sehr und mit dem Wissen, dass jedes Ding seine Zeit hat, wünsche ich Ihnen und Ihren Familien einen schönen sonnigen Sommer und einen erholsamen Urlaub.
Es grüßt sie herzlichst
Ihr
Günther Pilz
Bürgermeister