Wegmarken unserer Geschichte

Hessigheim Historisch
90-260
Unsere Region ist in römischer Hand. Die archäologisch erschlossenen Kastelle und andere Funde in unserer Region belegen dies.
260-500
Um 260 werden die Römer von den Alemannen vertrieben. Die Etymologie (Namensherkunft) unseres Ortsnamens »Hess-ig-heim« lässt darauf schließen, dass ein gewisser Hasso oder Hesso hier lebte. »Hessingen« war der alemannische Name für diese erste Siedlung.
500
Um ca. 500 werden die Alemannen wiederum von den Franken »aus dem Feld geschlagen«. »Hessingen« bekommt die für die Franken typische Endung »-heim« angehängt. Der Ortsname wird zu »Hessigheim« quasi verschmolzen.
25. August 774 (Codex Laureshamensis)
Altman aus Hessigheim, besorgt um sein Seelenheil, macht eine Schenkung an den Heiligen Nazarius aus dem Kloster Lorsch an der Bergstraße.
Vermutlich begannen um diese Zeit Mönche des Klosters Lorsch mit dem Weinbau in Hessigheim.
779 Traditiones Fuldenses
Graf Kunibert vermacht all seinen Besitz in der Main-, Kocher- und Neckargegend, darunter Besitz aus Hessigheim, dem Kloster Fulda. Diese urkundliche Erwähnung steht für das Geburtsjahr von Hessigheim.
1150 (Codex Hirsaugeniensis)
Berthold von Hessigheim und sein Bruder Wolffgang stiften dem Kloster Hirsau Weinberge.

Erkinbert von Thundorf (Bad Kissingen) übergibt seinen ganzen Besitz und die Hessigheimer Kirche dem Kloster Hirsau.
1200 - 1463
Hessigheim gehört zur Markgrafschaft Baden.
1463 - 1504
Hessigheim gehört zur Pfalz.
1529 - 1595
Hessigheim kommt wieder an Baden zurück.
ca.1550
Das Dorf hat ca. 80 bis 100 Haushalte, das lässt auf ungefähr 600 bis 800 Einwohner schließen.
1595
Hessigheim kommt durch Kauf an Württemberg
1634/35
Im September 1634 plündern die kroatischen Truppen von Kaiser Ferdinant II im 30-jährigen Krieg Hessigheim. Die Folge ist eine große Hungersnot. Im Jahr darauf bricht eine Pestepidemie aus, die sehr viele Menschenleben fordert.
ca.1850
Hessigheim besteht aus 147 Hauptgebäuden und 84 Nebengebäuden (meist Scheunen), die Einwohnerzahl beträgt 1.025. Fast alle sind in der Landwirtschaft tätig bis auf ein paar Handwerker. Im Weinbau ist Trollinger die beliebteste Sorte. Die Bodenpreise für Weinberge sind doppelt so teuer wie Ackerland.
Ab 1950
Hessigheim wandelt sein Gesicht: Die Neckarkanalisation und die Rebflurbereinigungen verändern das Landschaftsbild um Hessigheim nachhaltig.
Anfangs der 1970er
Die Hessigheimer wehren sich erfolgreich gegen eine Eingemeindung nach Besigheim. Die von der Landesregierung gewollte Verwaltungsreform geht so an Hessigheim vorüber.
1979
Mit zahlreichen Veranstaltungen und einem grandiosen Festumzug begehen die Hessigheimer ihre 1200-Jahresfeier.
2004
Ein neues Zeitalter wird eingeläutet - www.hessigheim.de geht online ;-)
2006
Im Jahr 2006 waren bei Erdarbeiten im Neubaugebiet des Gewanns „Muckenloch“ (Gewann = auf die Dreifelderwirtschaft und das Erbrecht zurückgehende Flurform), mehrere Gräber eines frühmittelalterlichen Bestattungsplatzes zutage getreten. Im Rahmen umgehend anberaumter archäologischer Untersuchungen wurden dann im Friedhofsareal viele weitere Bestattungen freigelegt und dokumentiert. Die zahlreichen Fundstücke aus den 218 entdeckten Beisetzungen ermöglichten eine exakte Datierung des Gräberfeldes auf den Zeitraum vom beginnenden 6. bis ins 8. Jahrhundert. Die Ausgrabungen in Hessigheim wurden Ende 2007 abgeschlossen. Im Anschluss daran erfolgte eine aufwändige Restaurierung und Konservierung wesentlicher Stücke durch die Fachleute.
Rathaus historisch © bertsch